Start: Februar 2020

Performing Primal Communism

(Re)writing of Reality Through Discourse

Performing Primal Communism (PPC) arbeitet künstlerisch forschend an der Aufarbeitung der von Otto Mühl gegründeten und von den Kommunard*innen aufgelösten Aktionsanalytischen Organisation AAO-Kommune.
Die Kommune widmete sich der Bewusstmachung von Habitualisierungen durch Herrschaft in der alltäglichen soziokulturellen Lebenspraxis und der Befreiung von Menschen aus dem Wirkungsfeld mächtiger sozialer Institutionen. Ihr erklärtes Ziel war es, autoritäre Institutionen wie Staat, Kirche, bürgerliche Familie, Kapitalismus und Patriarchat mit Hilfe von Wissenschaft, Kunst und befreiter Sexualität zu überwinden. Das soziale Experiment endete in einem hochgradig autoritären System innerhalb einer kontrollierten Gemeinschaft. Mühl wurde wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs verurteilt und zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Gemeinsam mit Zeitzeug*innen strebt das Projekt PPC – PERFORMING PRIMAL COMMUNISM nach einer Neubesichtigung und Aufarbeitung der Kommune und ihrer Auswirkungen durch „Forschung in und durch die Künste“, indem es einen durch Künstler*innen, Zeitzeug*innen und Wissenschaftler*innen kollaborativ gestalteten Forschungsraum als Reservoir für die gemeinsame Erforschung individueller und kollektiver Geschichtsaspekte der AAO aufbaut: (Re)writing of Reality Through Discourse.


Veranstaltungen und Formate

Symposium (geladene Gäste)
Wie leben mit der Kommune?
Sa, 27.8.2020, 19.00 Uhr
Die Veranstaltung wendet sich an geladene Gäste und versteht sich ganz in der Tradition von Platons Symposion als sinnliche und gleichzeitig reflektierende Zusammenkunft verschiedener Akteur*innen, die sich während eines Gastmahls erheben und Reden halten, die verschiedene Perspektiven auf die Frage eröffnen: Wie leben mit der Kommune? Dabei werden jene sprechen, die sich zum Kollektiv MATHILDA zusammengeschlossen haben, um für eine Umschrift der Kunstproduktion in der Kommune zu kämpfen, das VKM als Gastgeber des FWF-Projektes, ehemalige Kommunard*innen und vor allem Kinder der zweiten Generation, sowie Kurator*innen und Ausstellungsmacher*innen, die die Kunst der Kommune entweder ausstellen oder das verweigern, ebenso wie performative Beiträge und nicht zuletzt Stimmen Expert*innen rund um die Kommune. Dazu wird gekocht und musiziert. Erste Elemente der modularen Forschungsarchitektur dienen als Elemente, in denen das Gastmahl stattfindet.

Workshop 1 (öffentlich)
AAO-Kommune: Kommen — Bleiben — Gehen.
Befreiung durch: Kunst – Sexualität – Therapie?

Do, 15.10.2020, 17.00 bis 21.00 Uhr
Befreiung durch Kunst?
Fr, 16.10.2020, 17.00 bis 21.00 Uhr
Befreiung durch Sexualität?
Sa, 17.10.2020, 14.00 bis 18.00 Uhr
Befreiung durch Therapie?
An drei Tagen begegnen ehemalige Kommunard*innen und Expert*innen in einem performativen Raumsetting einander und diskutieren den Wunsch nach Befreiung durch Kunst (Tag 1), durch Sexualität (Tag 2) und durch „Therapie“ (Tag 3), wie sie sowohl im Kontext der Kommune als auch im zeitgeschichtlichen Momentum der 1960er und 1970er Jahre visioniert und sich dann in der Praxis gezeigt haben – in all ihrem Scheitern. Nach einem dialogischen Input von ehemaligen Kommunard*innen und Expert*innen öffnet sich jeder Thementag des Workshops zu einem World Café, dass den Teilnehmer*innen Raum gibt, sich an der Reflexion aktiv zu beteiligen. Was waren die Gründe in die Kommune zu kommen, welche Gründe gab es zu bleiben, welche wieder zu gehen? Und wie hängen diese jeweiligen Beweggründe mit dem Wunsch nach Befreiung zusammen?

Workshop 2 (nicht-öffentlich)
Aufbau-Workshop: Module
Do, 1.10. bis Mo, 12.10.2020
So, 18.10. bis Mi, 21.10.2020
Workshop zum Bau der modularen Forschungsarchitektur, die Elemente der Kommunenarchitektur kritisch reflektiert und für die Sammlung der Kommunen Artefakte genutzt wird. Im Rahmen dieses Workshops wird eine kollektive Timeline zur Geschichte der Kommune und begonnen ein Genogramm gemeinsam erstellt.

Workshop 3 (öffentlich)
Überschreibung der Narrative
Do, 19.11.2020, 17.00 bis 21.00 Uhr
Fr, 20.11.2020, 14.00 bis 18.00 Uhr
In der Kommune haben sich Menschen getroffen, die aus verschiedenen Richtungen kommend an der Überschreibung der Narrative ihrer Vergangenheit interessiert waren. So trafen Kinder aus Nazi-Familien auf Kinder aus jüdischen Familien, die Opfer des Naziterrors geworden sind. Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage: Welche Interferenzmuster dieser unterschiedlich motivierten Überschreibungstendenzen von autobiographischen und soziokulturellen Narrativen zeigen sich uns heute? Der Workshop startet mit einer Performance am ersten Abend und setzt mit einer Reflexion am zweiten Tag fort.

CALL FOR PARTICIPATION
PPC möchte ein Archiv der Dinge und ihrer Geschichten aus der AAO-Kommune aufbauen. Schenkungen und Leihgaben für eine Sammlungsinstallation sind sehr willkommen. Bitte Dinge, Gegenstände und die dazugehörigen Geschichten zu den Veranstaltungen mitbringen, sie werden entgegengenommen und katalogisiert.

Anmeldung zu allen Veranstaltungen erforderlich: e.schaefer@akbild.ac.at
 

Projektleitung: Paul-Julien Robert (Institut für bildende Kunst | IBK)
Projektteam: Thomas Marschall, Elisabeth Schäfer, Ida Clay
Kooperationspartner: Volkskundemuseum Wien
Projektdauer: 3 Jahre
Beginn: 01.02.2020
Fördergeber: FWF | PEEK (Projekt AR568)


Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

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Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Bibliothek:
Nach Voranmeldung

Hildebrandt Café:
Di bis So, 10.00 bis 18.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr


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